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Baugrundgutachten: Bauen auf sicherem Boden

Wer ein Haus bauen will, sollte sichergehen, dass der Boden darunter es auch trägt. Ein Baugrundgutachten schützt vor bösen Überraschungen.
Im Erdreich lauern Gefahren. Sandböden oder Wasser können Wände reißen lassen.

Bauland ist knapp. Viele Gemeinden weisen daher inzwischen Gebiete für Neubauten aus, deren Bodenqualität durch steile Hanglagen, weiche Böden oder nah an der Oberfläche liegendes Grundwasser beeinträchtigt ist. Doch das kann schwerwiegende Folgen wie Risse oder Feuchtigkeit in den Wänden haben. Wenn unklar ist, wie der Boden des Bauplatzes sich zusammensetzt, können sich Bauherren gegen solche Risiken mit einem geologischen Gutachten schützen.

Bodenproben aus sechs Meter Tiefe

Bei einer Baugrunduntersuchung wird an den späteren Hausecken mit einem Kernbohrer in die Erde gebohrt. Bei einem Haus mit einem zwei Meter hohen Keller gehe man rund fünf bis sechs Meter tief in die Erde. Das ist drei Meter tiefer als die spätere Gründung des Hauses. Die Bodenprobe aus der Tiefe zeigt verschiedene Erdschichten, die einem Fachmann Rückschlüsse auf die Tragfähigkeit des Bodens und auf die Wasserverhältnisse im Erdreich gibt.

Boden muss unter Umständen ausgetauscht werden

Stellt sich heraus, dass der Bauuntergrund für das geplante Objekt nicht ausreichend standfest ist, erarbeitet ein Gutachter umfassende Empfehlungen für die richtige Gründung, die der Statiker dann in der Tragswerkplanung des neuen Hauses umsetzt. Dann könne entweder teilweise oder auf der gesamten Fläche der Boden ausgetauscht oder verdichtet werden. Oder es werden Pfähle tief in den Boden gestoßen (sog. Pfahlgründung).

Drückendes Wasser kann zum Problem werden

Ganz wichtig ist es zu ergründen, wie sich das Wasser in der Tiefe verhält. Probleme bereitet oft sogenanntes "drückendes Wasser", das Druck auf die Abdichtung des Gebäudes ausübt. Das geschieht etwa, wenn der Grundwasserspiegel sehr hoch ist. Das muss bei der Planung und Abdichtung des Kellers berücksichtigt werden.

Wasserundurchlässiger Beton dichtet Keller ab

Bei einem hohen Grundwasserstand entscheiden sich Architekten oft für eine "Weiße Wanne". Für diese Kellerwände wird Beton verwendet, der durch eine besondere Mischung und Verarbeitung wasserundurchlässig ist.

Kosten für ein Baugrundgutachten

Die Untersuchungen des Baugrundes kosten bei Baugrundgutachtern je nach Bauvorhaben zwischen etwa 500 bis 1000 Euro. Dieses Geld ist aber im Verhältnis zu möglichen Kosten für Mängelbeseitigung in der Gründung und Abdichtung gut angelegt. Meist stellt das Bodengutachten sogar die Grundlage der Tragwerksplanung dar und wird Bestandteil der Statik bzw. Prüfstatik; in diesem Fall kommt man um diese Gutachten nicht herum.

Gutachten schon im Bau- oder Kaufvertrag mit vereinbaren

Das Gutachten sollten künftige Hausbauer möglichst schon während des Grundstückskaufs machen, spätestens bei der Bauplanung. Nur eine Erkundung des Baugrundes erlaubt der bauausführenden Firma eine seriöse Kalkulation der Kosten, (zum Beispiel eine Weiße Wanne kostet schnell 5000 Euro mehr als ein Standardkeller).

Grundstücke mit Altlasten meiden

TÜV-Experten raten von Grundstücken mit Altlasten etwa durch Industriebetriebe oder Tankstellen kategorisch ab. Selbst wenn der neue Besitzer Schadstoffe im Boden nicht zu verantworten habe, müsse er sie dennoch beseitigen. Das seien hohe Zusatzkosten. Wer dennoch kaufen will, sollte sich vertraglich mit dem Passus absichern, dass dem Verkäufer keine Altlasten bekannt seien, empfiehlt der Experte. Wer ganz sicher gehen will, kann eine Baugrunduntersuchung mit einer Altlastenuntersuchung kombinieren.